Der Teleskop-Test

Galileo Teleskop: Bauart, Geschichte und Kinderteleskope

Kurz gesagt

Mit „Galileo Teleskop“ ist meist eines von drei Dingen gemeint: das Galilei-Fernrohr als optische Bauart (Sammellinse plus Zerstreuungslinse, aufrechtes Bild, kleines Gesichtsfeld), das historische Fernrohr Galileo Galileis von 1609 oder die Galileo-Spielzeuglinie von Clementoni. Für die Himmelsbeobachtung sind heutige Linsenteleskope nach Kepler-Bauart deutlich besser geeignet.

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Das Galilei-Fernrohr als Bauart

Das Galilei-Fernrohr besteht aus einer Sammellinse als Objektiv und einer Zerstreuungslinse als Okular. Das Okular sitzt vor dem Brennpunkt des Objektivs. Dadurch entsteht ein aufrechtes, seitenrichtiges Bild, ideal für Beobachtungen an Land. Der Nachteil ist ein kleines, unscharf begrenztes Gesichtsfeld, das bei höherer Vergrößerung schnell winzig wird.

Heutige astronomische Linsenteleskope nutzen die Kepler-Bauart mit einer Sammellinse auch als Okular. Das Bild steht zwar auf dem Kopf, aber das Gesichtsfeld ist deutlich größer, und hohe Vergrößerungen sind praktikabel. Mehr dazu unter Wie funktioniert ein Teleskop?

Galileos Fernrohr von 1609

Galileo Galilei baute 1609, kurz nach der Erfindung des Fernrohrs in den Niederlanden, eigene Instrumente mit 3- bis etwa 30-facher Vergrößerung. Damit entdeckte er die vier großen Jupitermonde, die Phasen der Venus und das Relief der Mondoberfläche. Jedes heutige Einsteigerteleskop zeigt diese Objekte deutlich besser, als Galileo sie sehen konnte.

Galileo-Kinderteleskope von Clementoni

Unter dem Namen „Galileo“ vertreibt der Spielwarenhersteller Clementoni eine Wissenschafts-Spielzeuglinie, darunter das „Galileo Lab NASA Entdecker Teleskop“ für Kinder ab 8 Jahren. Beworben wird es mit bis zu 300-facher Vergrößerung. Solche Angaben solltest du kritisch sehen: Sinnvoll ist höchstens etwa das Doppelte der Öffnung in Millimetern. Daneben gibt es Bausätze wie „Das kleine Galileo-Teleskop“ von AstroMedia, die das historische Prinzip mit 6,5-facher Vergrößerung nachbauen, eher Lernobjekt als Beobachtungsinstrument.

Wenn du ein Teleskop für ein Kind suchst, das wirklich Mond und Planeten zeigt, findest du unsere Empfehlungen unter Teleskope für Kinder.

Häufige Fragen

Wie funktioniert ein Galilei-Fernrohr?
Eine Sammellinse (Objektiv) und eine Zerstreuungslinse (Okular) erzeugen ein aufrechtes, seitenrichtiges Bild. Nachteil: Das Gesichtsfeld ist klein und schlecht begrenzt, deshalb werden für die Astronomie heute andere Bauarten verwendet.
Was hat Galileo mit seinem Teleskop gesehen?
Unter anderem die vier großen Jupitermonde, die Phasen der Venus, Krater und Gebirge auf dem Mond und unzählige Sterne in der Milchstraße. Seine Instrumente vergrößerten zwischen etwa 3- und 30-fach.
Wo werden Galilei-Fernrohre heute genutzt?
Vor allem in Operngläsern und einfachen Lupenbrillen, wo ein aufrechtes Bild bei geringer Vergrößerung praktisch ist.

Verantwortlich: Redaktion Der Teleskop-Test