Wie funktioniert ein Teleskop? Einfach erklärt
Kurz gesagt
Ein Teleskop macht zwei Dinge: Es sammelt mehr Licht, als dein Auge allein aufnehmen kann, und es vergrößert das entstehende Bild. Das Licht sammelt eine Linse oder ein Spiegel (das Objektiv), vergrößert wird mit dem Okular. Wie viel Licht ankommt, bestimmt die Öffnung; wie stark vergrößert wird, das Verhältnis der Brennweiten von Teleskop und Okular.
Licht sammeln: das Objektiv
Deine Pupille ist nachts etwa 7 mm groß. Ein Teleskop mit 70 mm Öffnung hat eine rund hundertmal größere Fläche und sammelt entsprechend mehr Licht. Deshalb siehst du durchs Teleskop Sterne und Nebel, die mit bloßem Auge unsichtbar sind. Das Objektiv bündelt dieses Licht in einem Brennpunkt, in dem ein kleines, auf dem Kopf stehendes Bild entsteht.
Es gibt zwei Arten, Licht zu bündeln:
- Mit einer Linse (Linsenteleskop, Refraktor): Das Licht wird beim Durchgang durch das Glas gebrochen. Mehr unter Linsenteleskope.
- Mit einem Hohlspiegel (Spiegelteleskop, Reflektor): Das Licht wird reflektiert, meist über einen kleinen Fangspiegel zur Seite gelenkt. Mehr unter Spiegelteleskope.
Vergrößern: das Okular
Das Okular ist eine kleine Lupe, mit der du das Bild im Brennpunkt betrachtest. Die Vergrößerung ergibt sich aus der Brennweite des Teleskops geteilt durch die Brennweite des Okulars. Ein Teleskop mit 900 mm Brennweite und ein 20-mm-Okular ergeben also 45-fach. Mit wechselbaren Okularen änderst du die Vergrößerung, ohne das Teleskop zu tauschen. Details im Ratgeber Vergrößerung.
Die drei wichtigsten Kennzahlen
| Kennzahl | Was sie bedeutet | Mehr dazu |
|---|---|---|
| Öffnung (mm) | Wie viel Licht und Detail ankommt | Teleskop-Öffnung |
| Brennweite (mm) | Bildfeld und Vergrößerung pro Okular | Teleskop-Brennweite |
| Öffnungsverhältnis (f/…) | Brennweite geteilt durch Öffnung: lichtstark oder vergrößerungsstark | Teleskop-Brennweite |
Die Montierung: unterschätzt, aber entscheidend
Ein Teleskop vergrößert nicht nur das Bild, sondern auch jedes Zittern. Deshalb braucht es eine stabile Montierung. Azimutale Montierungen bewegen sich wie ein Fotostativ, parallaktische Montierungen folgen mit einer Achse der Drehung des Himmels und Dobson-Montierungen sind schlichte, sehr stabile Holzboxen. Für Einsteiger sind azimutal und Dobson am einfachsten.
Bildfehler, die du kennen solltest
- Farbfehler (chromatische Aberration): Einfache Linsen bündeln Farben unterschiedlich stark. Helle Objekte zeigen einen violetten oder gelblichen Saum. Spiegel haben diesen Fehler nicht.
- Luftunruhe (Seeing): Kein Teleskopfehler, sondern die flimmernde Atmosphäre. Sie begrenzt in vielen Nächten die sinnvolle Vergrößerung.
- Fehljustage: Bei Spiegelteleskopen müssen die Spiegel gelegentlich zueinander ausgerichtet werden, sonst wird das Bild unscharf.
Und Smart-Teleskope?
Ein Smart-Teleskop ersetzt das Okular durch eine Kamera. Es sammelt das Licht über viele Belichtungen und verrechnet sie zu einem Foto. Das physikalische Prinzip des Objektivs ist dasselbe, das Erlebnis aber ein anderes: Du siehst das Ergebnis auf dem Display statt live im Okular.
Häufige Fragen
Was ist wichtiger, Öffnung oder Vergrößerung?
Warum steht das Bild im Teleskop auf dem Kopf?
Wer hat das Teleskop erfunden?
Verantwortlich: Redaktion Der Teleskop-Test